2. Bürgerworkshop – Gelungenes Beispiel für kooperative Stadtplanung

Im Rahmen der Erstellung des städtebaulichen Rahmenplans für den Bereich rund um den ehemaligen Volksfestplatz in Weiden fand Ende April ein weiterer wichtiger Beteiligungsschritt statt: Ein Bürgerworkshop, bei dem die Stadt Weiden gemeinsam mit dem Planungsbüro DSK aus Nürnberg erneut die Perspektiven und Ideen der Bürgerschaft in den Planungsprozess einfließen ließ.

Von den 500 zufällig ausgewählten und eingeladenen Bürgerinnen und Bürgern nahmen 36 Personen am vierstündigen Workshop teil. Besonders erfreulich war die breite Beteiligung: Es waren Menschen aus elf Stadtteilen vertreten, im Alter zwischen 18 und 83 Jahren – ein lebendiger Querschnitt der Stadtgesellschaft.

An vier thematisch gegliederten Tischen diskutierten die Teilnehmenden mit Vertreterinnen und Vertretern des Stadtplanungsamtes und des Planungsteams der DSK über mögliche Nutzungen, Wegebeziehungen und städtebauliche Strukturen für den Weidener Osten. Die Ergebnisse liefern eine fundierte Grundlage für die Weiterentwicklung des Rahmenplans:

Tisch 1 – Bildungs-, Forschungs- und Innovationscampus

Die geplante Erweiterung des Hochschulstandorts wurde teils kritisch diskutiert. Während eine Nachverdichtung im Bereich der OTH begrüßt wurde, wurde im Bereich des ehem. Volksfestplatzes vor allem bezahlbarer Wohnraum und Freizeitnutzung gewünscht. Vorschläge wie eine Skateanlage, ein Pumptrack oder eine Boulderhalle fanden Anklang. Eine quartiersnahe Energieversorgung wurde grundsätzlich begrüßt – allerdings mit Vorbehalten gegenüber bestimmten Technologien. Für die neue Feuerwache wurde der Bereich westlich des bestehenden EDEKA als Favorit genannt.

Tisch 2 – Urbanes, soziales Wohn- und Lebensquartier

Breite Zustimmung fand die Idee, sozialen und studentischen Wohnraum zu schaffen. Die alleinige wohnbauliche Nutzung wurde kritisch gesehen – eine effiziente Verbindung mit Bildungsnutzungen wie OTH, FOS/BOS und Sportflächen wurde gefordert. Die mögliche Altlastenproblematik wurde als Herausforderung identifiziert. Ein öffentlicher Spielplatz, ein Jugendtreff sowie naturnahe Lernräume und Sportflächen für Studierende wurden als zentrale Bausteine genannt. Ein neuer Supermarkt auf dem ehemaligen Festplatz wurde hingegen nicht als erforderlich angesehen.

Tisch 3 – Klinikzentrum Nordoberpfalz & Medizintechnik-Hub

Die Idee eines zukunftsfähigen Gesundheitscampus mit Klinikneubau, MedTech-Hub und Forschungseinrichtungen stieß auf geteilte Reaktionen. Positiv hervorgehoben wurden telemedizinische Angebote und die Kooperation mit OTH und Forschungseinrichtungen. Kritisch gesehen wurden jedoch die Realisierbarkeit, Flächenkonflikte zur benachbarten Schule, Lärmbelastung durch Hubschrauberflüge und die lange Umsetzungsdauer.

Tisch 4 – Offene Variante

Hier wurden vielfältige, kreative Nutzungskombinationen diskutiert: Wohnen – Bildung – Wirtschaft sowie Sport – Freizeit – Gesundheit. Besonders wichtig war den Teilnehmenden die Sicherung von Erweiterungsflächen für die OTH sowie generationenübergreifende Freizeitangebote (z. B. Calisthenics, Grillplätze, Hundewiese, Jugendtreff). Auch ökologische Aufwertungen wie Obstbaumpflanzungen und eine innovative Energieinfrastruktur mit Wärmepumpe und Flutkanal wurden eingebracht. Die Bedeutung der bestehenden Ost-West-Rad- und Fußwegverbindung wurde betont – insbesondere mit Blick auf die Trennung durch den Hetzenrichter Weg.

Weitere Beteiligung folgt

Der Rahmenplan, dessen Fertigstellung für den Herbst 2025 vorgesehen ist, soll künftig als Leitlinie für die Entwicklung des Gebiets dienen. Weitere Beteiligungsschritte sind bereits geplant: Die diskutierten Entwurfsvarianten werden im Bau- und Planungsausschuss vorgestellt. Anschließend wird der favorisierte Entwurf über eine digitale Mitmachkarte auf dieser Seite veröffentlicht. Dort können sich Bürgerinnen und Bürger weiterhin aktiv einbringen und die Planungsschritte transparent nachvollziehen.

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