Die Auswertungen des Fragebogens und der Mitmachkarte machen deutlich: Für die weitere Entwicklung des Gebiets stehen aus Sicht der Teilnehmenden vor allem alltagstaugliche, gut nutzbare und ausgewogene Lösungen im Vordergrund. Besonders wichtig sind dabei Mobilität, bezahlbare Angebote, gute Aufenthaltsqualität sowie eine sinnvolle Verbindung von Wohnen, Arbeiten, Bildung und Freizeit.
Feuerwache: Akzeptanz – aber Fragen zu Lärm und Erreichbarkeit
Ein zentrales Thema in der Fragebogenauswertung ist die mögliche Feuerwache im Quartier. Hier zeigt sich ein gemischtes Bild. Am häufigsten wurde Lärm als möglicher Konflikt genannt. Gleichzeitig sieht ein großer Teil der Teilnehmenden hier keine grundsätzlichen Probleme. In vielen freien Rückmeldungen wird vor allem die verkehrliche Situation angesprochen: Genannt werden mögliche Behinderungen durch Stoßzeiten, die Nähe zu Schulen und Hochschule sowie die Frage, ob Einsatzfahrzeuge und Einsatzkräfte den Standort im Alltag schnell genug erreichen könnten. Neben kritischen Stimmen gibt es aber auch Rückmeldungen, die den Standort grundsätzlich für geeignet halten.
Heizzentrale: Keine klare Ablehnung, aber hoher Informationsbedarf
Ähnlich differenziert fällt das Bild bei einer möglichen Heizzentrale aus. Auch hier sieht die größte Einzelgruppe keine Konflikte. Zugleich werden Lärm, Emissionen, Gerüche, optische Wirkung und fehlende Informationen zum technischen Konzept als wichtige Punkte genannt. Die Auswertung zeigt damit vor allem eines: Die Idee wird nicht pauschal abgelehnt, aber viele Teilnehmende wünschen sich nachvollziehbare Informationen zur konkreten Ausgestaltung.
Parken: Zielgruppen, Wegedistanzen und Zahlungsbereitschaft
Sehr klar sind die Ergebnisse beim Thema Parken. Die Quartiersgarage soll aus Sicht der Befragten vor allem für Beschäftigte, Bewohnerinnen und Bewohner sowie Studierende gut nutzbar sein. Auch Besucherinnen und Besucher sowie Nutzerinnen und Nutzer von Sport- und Freizeitangeboten spielen eine wichtige Rolle. Die Bereitschaft, vom Stellplatz zu Fuß weiterzugehen, ist grundsätzlich vorhanden: Die Mehrheit hält Wege von bis zu zehn Minuten für akzeptabel. Bei der monatlichen Zahlungsbereitschaft für einen Stellplatz liegt der Schwerpunkt im mittleren Bereich; am häufigsten wurde ein Betrag zwischen 41 und 60 Euro genannt, der Median liegt bei 50 Euro.
Sport, Freizeit und Wohnen: Anforderungen an eine verträgliche Einbindung
Für die Verbindung von Sport, Freizeit und Wohnen nennen die Teilnehmenden vor allem praktische Anforderungen. Besonders wichtig sind eine gute Beleuchtung, Lärmschutz zu Wohnbereichen, eine klare Wegeführung sowie die räumliche Trennung von aktiven und ruhigen Nutzungen. Damit wird deutlich, dass Sport- und Freizeitangebote grundsätzlich begrüßt werden, ihre Einbindung aber gut organisiert sein muss.
Erdgeschosszonen: Nahversorgung, Gastronomie und Gesundheit im Fokus
Auch die Wünsche für Erdgeschosszonen sind vergleichsweise eindeutig. Besonders gefragt sind Bäckerei oder Café, kleinere Gastronomie, Dienstleistungen und medizinische beziehungsweise gesundheitsbezogene Angebote. Ein kleiner Lebensmittelladen wird ebenfalls häufig genannt. Weniger wichtig erscheinen dagegen Co-Working- und Büroangebote im direkten Alltagsgebrauch.
Arbeiten, Bildung und Innovation: Kooperation und gemeinsam nutzbare Räume
Bei den Flächen für Arbeiten, Bildung und Innovation stehen vor allem gemeinsam nutzbare Räume von Hochschule, Unternehmen und Stadtgesellschaft, Angebote für Weiterbildung, Räume für Start-ups sowie Orte der Zusammenarbeit zwischen Studierenden und örtlichen Betrieben im Vordergrund.
Mitmachkarte: Konkrete Hinweise und Ideen vor Ort
Die Mitmachkarte ergänzt diese Ergebnisse um konkrete Ideen und örtlich verortete Hinweise. Insgesamt wurden dort 15 Einträge und 27 Kommentare dokumentiert. Besonders sichtbar werden dabei drei Themenfelder: Mobilität, Freizeit und Freiraum.
Mobilität: sichere Wege, bessere Querungen, weniger Autodominanz
Im Bereich Mobilität geht es vor allem um sichere und attraktive Verbindungen für den Fuß- und Radverkehr. Genannt werden breitere Wege, bessere Querungen sowie insgesamt weniger Dominanz des Autoverkehrs. Auch die Idee, Parken effizienter zu organisieren und Flächen dadurch für andere Nutzungen freizumachen, taucht mehrfach auf. Ein Vorschlag verbindet ein Parkhaus direkt mit E-Infrastruktur, Photovoltaik, Batteriespeicher und Ladesäulen.
Freizeit: Angebote für junge Menschen und multifunktionale Nutzungen
Im Bereich Freizeit zeigt die Mitmachkarte deutlich den Wunsch nach Angeboten für junge Menschen und nach Orten, die über klassische Wohn- oder Arbeitsfunktionen hinausgehen. Ein besonders stark diskutierter Beitrag war der Vorschlag eines Kinokomplexes. In den Kommentaren dazu wird zugleich deutlich, dass viele Teilnehmende eher breiter gedachte Freizeit- und Sportangebote bevorzugen – etwa Hallenangebote, Bewegungsflächen oder multifunktionale Räume. Auch eine Doppelturnhalle mit ergänzenden Sport- und Fitnessangeboten wird ausdrücklich als Mehrwert beschrieben.
Grün und Freiraum: Aufwertung, Klimaresilienz und Hochwasserschutz
Ein drittes starkes Thema ist die Grün- und Freiraumgestaltung. Mehrere Beiträge sprechen sich für den Erhalt und die Aufwertung von Grünstrukturen, Wasserbezügen und Aufenthaltsbereichen aus. Genannt werden etwa mehr Schatten, naturnahe Gestaltung, bessere Einbindung bestehender Grünflächen sowie eine stärkere Berücksichtigung von Hochwasserschutz und ökologischen Qualitäten. Dahinter steht erkennbar der Wunsch, das Gebiet nicht nur funktional, sondern auch klimaangepasst und mit hoher Aufenthaltsqualität weiterzuentwickeln.
Fazit: klare Prioritäten statt Einzellösung
Auffällig ist insgesamt: Die Beteiligungsergebnisse zeigen keine einfache Einzellösung, wohl aber klare Prioritäten. Gewünscht werden gut funktionierende Mobilität, verträgliche Infrastruktur, bezahlbare und nutzbare Angebote, attraktive Freizeitmöglichkeiten, qualitätsvolle Grünräume sowie sinnvolle Verbindungen zwischen Wohnen, Bildung, Arbeit und Alltag. Genau in dieser Mischung liegt aus Sicht der beiden Auswertungen das größte Potenzial.


